Vor einigen Monaten habe ich mir aus einem Raspberry Pi Zero einen kleinen mp3-Player gebaut, der sowohl über LAN (lokales Netzwerk), als auch mittels Buttons verwendet werden kann.
Der verwendete Bausatz für den Raspberry Pi Zero heißt "Pirate Audio" und ist bei Pimoroni erhältlich. Die dazugehörige Software gibt es hier auf Github. Eine Anleitung für den Bau findet sich hier.
Den Pirate Audio Aufsatz gibt es in 4 Varianten: als Kopfhörer-Verstärker, 3w-Verstärker für kleine Lautsprecher, mit eingebautem Mini-Lautsprecher oder mit integriertem DAC (digital-to-audio-converter). Ich habe mich für die Variante mit eingebautem Mini-Lautsprecher entschieden.
Zusammenbauen und auch die Einrichtung mithilfe der auf Github verfügbaren Anleitung hat problemlos funktioniert. Das Hinzufügen von mp3s zum lokalen Speicher für das Abspielen am Gerät ist etwas tricky. Ich habe das mit scp von meinem MacBook aus auf der Command Line gelöst und die Files in den konfigurierten Musik-Ordner kopiert.
Etwas später habe ich dann auch ein passendes Case für den Raspberry Pi Zero mit Pirate-Audio-Aufsatz gefunden und zwar hier. Diesen kann man sich am 3D-Drucker selbst ausdrucken. Wenn man keinen 3D-Drucker zur Verfügung hat, gibt es auch diverse Webseiten auf denen man sich das Case gegen Entgelt ausdrucken und zusenden lassen kann.
Der einzige Wermutstropfen bei dem fertigen Projekt ist, dass der Pirate Audio mp3-Player eine Stromversorgung über Netzteil benötigt. Man kann ihn also leider nicht für unterwegs mitnehmen, da er am Strom hängen muss. Zudem braucht er zum Starten eine WLAN-Verbindung, da man initial die abzuspielenden Files über das Web Interface (Mopidity Music Server) auswählen muss und dieses ist über Aufruf einer lokalen IP-Adresse erreichbar. Man kann ihn also nur dort verwenden, wo lokaler WLAN-Empfang vorhanden ist.
Bei mir läuft er jedenfalls immer wieder mal, wenn ich unaufdringliche Hintergrundmusik haben will. Meist höre ich darauf die Mixes von My Analog Journal. Der Speaker ist relativ leise. Man kann ihn aber mit Trichtern (zum Beispiel einer aufgeschnittenen Plastikflasche) verstärken. Das sieht zwar nicht besonders toll aus, erfüllt aber seinen Zweck.